Suchfunktion

Bad Schussenried, Klosteranlage, Sanierung Klosterarkaden

Bad Schussenried, Klosteranlage, Sanierung Klosterarkaden

Bad Schussenried, Klosteranlage, Sanierung Klosterarkaden

Bad Schussenried, Klosteranlage, Sanierung Klosterarkaden

Bad Schussenried, Klosteranlage, Sanierung Klosterarkaden

Bad Schussenried, Klosteranlage, Sanierung Klosterarkaden

Fotos:
VBBW Amt Ulm  


  

Beschreibung

Das ehemalige Prämonstratenserkloster Schussenried wurde 1183 von den Brüdern Berengar und Konrad von Schussenried gegründet, 1211 unter päpstlichen Schutz gestellt, 1440 zur Abtei erhoben, 1803 säkularisiert.
Im Zuge der Neukonzeption ließ Abt Siard Frick bereits 1738 den ersten Teil der Klosterarkaden als Abschluss der Gartenanlage und Begrenzung des Geländes nach außen erbauen. Die aufwändige Ausgestaltung dieser Wandelgänge auf halbrundem und halbelliptischem Grundriss lässt einen direkten Achsenbezug zum symmetrisch entworfenen Konventsbau erkennen. Der Arkadenbau ist ca. 150 m lang und ca. 5 m tief, die Gesamthöhe bis zum First beträgt ca. 7 m. Erbauer der Arkaden ist vermutlich Dominikus Zimmermann.
Nach der Säkularisation richtete der württembergische Staat im Jahr1840 auf dem Gelände der Gartenanlage ein Hüttenwerk ein. Der Wandelgang wurde in die Nutzung mit einbezogen und durch unsachgemäße Umbauarbeiten und unterlassenen Bauunterhalt in Mitleidenschaft gezogen.
Die Ursache für die meisten großen Schäden im Mauerwerksbereich entstanden durch bauliche Mängel in der Fundamentierung. Aufgrund der extremen Schrägstellungen der Umfassungswände und Pfeiler drohten diese einzustürzen und mussten durch Stahlrahmen mit entsprechender Fundamentausbildung und schubsteifen Deckenscheiben statisch gesichert werden. Die aussteifende Stahlkonstruktion sichert das Mauerwerk vor dem weiteren Verfall und ist durch seine strenge Geometrie ein reizvoller Gegensatz zur mittlerweile extrem windschiefen historischen Bausubstanz.
Teilweise beträgt die Schrägstellung der Außenmauern bis zu 29 cm. Das in vielen Abschnitten total zerrüttete Mauerwerk mit seinen teilweise handbreiten Rissen und klaffenden Löchern wurde mit kraftschlüssigen Vernadelungen und Zugankern sowie Klebe - Injektionen dauerhaft gesichert. Das gesamte Gebäude erhielt einen neuen Putz, lediglich in einem geschützten Raum konnte der Originalputz als Zeitzeuge belassen werden.
Im gesamten Dachwerk bestand starker Schädlingsbefall, der zu einer erheblichen Substanzschädigung geführt hatte, zudem fehlten im gesamten Dachwerk tragende und aussteifende Bauteile.
Das Dachwerk wurde instandgesetzt und ertüchtigt. Die Ziegel der Dacheindeckung waren stark beschädigt und wurden ersetzt.
Mit der Sicherung der Gebäudestatik und der Sanierung ist es gelungen, ein sehr Bedeutendes Kulturdenkmal zu erhalten und den „Schandfleck von Bad Schussenried“ wieder zu einem Schmuckstück zu verwandeln
 
Projektdaten

Bauherr:
Land Baden-Württemberg, vertreten durch den
Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Ulm

Planung:
Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Ulm

Planung + Bauleitung:
Planungsbüro für Architektur und Denkmalpflege, Bad Schussenried

Tragwerksplanung:
Barthel & Maus Beratende Ingenieure GmbH, München

Prüfstatik:
LGA Landesgewerbeanstalt Bayern KdöR, Augsburg

Vermessung:
IB Will, Ulm

Baugrunduntersuchung:
Baugrundinstitut Dr.-Ing. Georg Ulrich, Leutkirch 

Bauforschung:
Dr.-Ing. Stefan Uhl Büro für historische Bauforschung, Warthausen

Restauratorin:
Sabine Haarseim, Mehrstetten

Lichtplanung:
Büro Kreuz+Kreuz, Stuttgart

Altlasten:
Berghof Analytik + Umweltengineering GmbH, Ravensburg

Gesamtbaukosten:
2,66 Mio. Euro

Bauzeit:
09/2015 bis 08/2017

Fußleiste