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Justizgebäude Ulm, Olgastraße 106, Sanierung der Fassaden

Bild: Justizgebäude Ulm, Ansicht

Bild: Justizgebäude Ulm, Fassade

Bild: Justizgebäude Ulm, Skulpturen

Bild: Justizgebäude Ulm, Steinaustausch

Bild: Justizgebäude Ulm, Medusa

Fotos:
Marcus Pohl, Angelika Priller
Vermögen- und Bau Baden-Württemberg, Amt Ulm



  

Beschreibung

Das Justizgebäude Ulm wurde von 1894 bis 1898 im Stile italienischer Renaissance erbaut. Der Gesamtbau besteht aus einem Mittelbau, welcher durch zwei Flügelbauten mit einem östlichen und westlichen Kopfbau verbunden ist. An seiner Schauseite ist das 3-geschossige Gebäude mit hochwertigen Natursteinblöcken als Sichtmauerwerk erbaut. Bei den Flügelbauten auf der Südseite sind im Sockelbereich hochwertige Natursteinimitate zum Einsatz gekommen. Die Gebäudefassade wies umfangreiche, teilweise dramatische Schadensbilder an den Natur- und Kunststeinen auf, welche sich in Form von Absandungen, Abschalungen und Abplatzungen sowie als Fehlstellen, mechanische Beschädigungen und durchorganischen Bewuchs zeigten. Zur Beurteilung und Einschätzung des Zustands wurde 2009 und 2012 ein Fachbüro beauftragt. Aufgrund der Untersuchungsergebnisse wurde eine komplette Sanierung der ca. 6.400 qm umfassenden Natur- und Kunststeinfassade als erforderlich erachtet.

Die Fassadenflächen wurden im Partikelstrahlverfahren mit gemahlener Schlacke von Bewuchs, Krusten und alten Leinölkonservierungen gereinigt und einer Fungizidbehandlung unterzogen. Bei der Natursteinfassade wurden zum Erhalt der vorhandenen Substanz Konservierungen, Kittungen, Schlämmungen sowie Antragungen mit Trasskalkmörtel und Vernadelungen sowie Fugenerneuerungen durchgeführt. Bei größeren Schäden am Naturstein wurden die Steinquader entweder ganz ersetzt oder durch Vierungen erneuert.
Insgesamt wurden ca. 64 t neuer Schilfsandstein (Fassaden) und Quarzsandstein (Sockelbereich) ausgetauscht. Außerdem wurden die Skulpturen am Mittelbau im Eingangsbereich und auf der Attika saniert. Die Reinigung erfolgte hierbei vorwiegend im Laserstrahlverfahren. Im Weiteren wurden die vorhandene Kupferblechabdeckung an der Attika und Fassade repariert und ungeschützte Gesimsvorsprünge mit zusätzlichen Abdeckungen aus Walzblei und Bleiverfugung ausgestattet. Zudem wurden defekte Regenfallleitungen ausgetauscht und der Blitzschutz komplett erneuert. Zur Wiederherstellung eines einheitlichen Gesamtbildes wurden neuzeitliche Fenster durch schallschutzverglaste Holzfenster, welche nach historischer Vorlage gestaltet wurden, ersetzt.

Projektbeteiligte

Bauherr:
Land Baden-Württemberg vertreten durch
Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Ulm

Planung und Bauleitung:
Marcus Pohl, Richard Bohn
Vermögen- und Bau Baden-Württemberg, Amt Ulm

Projektierung und Fachbauleitung der restauratorischen Sanierung:
AeDis AG, Ebersbach-Roßwälden

Projektdaten

Gesamtbaukosten:
2.5 Mio. EURO

Bauzeit:
3 Bauabschnitt von 2014 – 2016


 








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