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Servergebäude Universität und Universitätsklinikum Tübingen

Bild: Servergebäude Universität und Universitätsklinikum Tübingen

Bild: Servergebäude Universität und Universitätsklinikum Tübingen

Bild: Servergebäude Universität und Universitätsklinikum Tübingen

Bild: Servergebäude Universität und Universitätsklinikum Tübingen

Bild: Servergebäude Universität und Universitätsklinikum Tübingen

Fotos: Jörg Jäger, Dipl.-Fotodesigner, Kusterdingen

  

Beschreibung

Die Zahl der zentralen Rechensysteme an Universität und Klinikum ist in den letzten Jahren
exponentiell gestiegen. Aufgrund der prognostizierten Wachstumsraten der Server- und Speichersysteme und Verdoppelung des Datenvolumens alle 2 Jahre wurden dringende bauliche Erweiterungen erforderlich.
 
Hocheffiziente Green IT
Unter Berücksichtigung der Green-Data-Center Philosophie werden hocheffiziente, Green IT-Systeme eingesetzt, um im Betrieb ein Minimum an Energiekosten aufwenden zu müssen. Grundlage des Designs bilden unter anderem die Integration von "Freier Kühlung", der Einsatz modernster Servertechnik und Verwendung von direkter Rackkühlung über Kühleinheiten mit Klimakaltwasserversorgung sowie die räumliche Trennung von Warm- und Kaltluftbereichen in den Serverräumen. Die zentrale Kälteerzeugung erfolgt in der benachbarten Kältezentrale.

Fassade
Die Fassade ist eine vorgehängte Metallfassade aus dunkelbraun eloxierten Zick-Zack-Kantprofilen und farbig hinterlegten Lochplatten. Das Lochmuster wurde in Anlehnung an den Binärcode entwickelt, der eine unterschiedliche Abfolge von 0 und 1 darstellt. Binärcodes bilden auf Grund ihrer Einfachheit in aller Regel die Grundlage für die Verarbeitung digitaler Informationen und werden auch als Synonym für Maschinencode oder Maschinensprache verwendet. Alle benötigten Außenluft- und Fortluftöffnungen des Gebäudes wurden hinter den Lochmustern integriert.

Das 2-geschossige, fast fensterlose Gebäude bildet im direkten Anschluss an die vorhandene Notstrom- und Kältezentrale einen städtebaulichen Abschluss am Westrand des Campusgeländes.
 
Besonderheiten bei der Planung
Schon in der Projektierung wurde sehr sorgsam auf resourcenschonendes Bauen und Betreiben geachtet, mit dem Ziel auf Dauer eine maximale CO2 Einsparung gewährleisten zu können.

Für den Bau ist es eine absolut wirtschaftliche Planung am Minimum bezüglich Flächen- und Raumverbrauch, die Verwendung von Recyclingbeton und der Einbau von ca. 3.000 basketballgroßen Hohlkörpermodulen in die oberste Geschossdecke. Durch diese Gewichtsreduktion konnte die freie Deckenspannweite über den Serverräumen maximiert werden. Das Gebäude ist in beiden Geschossen unterzugs- und stützenfrei.

Für die Technik ist es die Verwendung der neuesten Server- und Softwaretechnik, der Einsatz hocheffizienter Systeme, die unter höherer Betriebstemperatur betrieben werden und somit mit einem hohen Anteil an "Freier Kühlung". Auf Grund des dauerhaften Kältebedarfs für die Serverkühlung ergeben sich daraus erhebliche Energieeinsparungen. Gegenüber herkömmlicher Servertechnik mit Umluftkühlung wird ein Energie- und CO2- Einsparpotential von ca. 35% erreicht.

Analog zum Prinzip der Redundanz bei Rechenzentren wurden die Technischen Anlagen im Erdgeschoss spiegelbildlich angeordnet. Eine ebenso spiegelbildliche Anordnung der beiden Nutzerbereiche erfolgte im Obergeschoss. 

Durch Verwendung eines Brandfrühesterkennungssystems werden bereits die bei erhöhten Bauteiltemperaturen veränderten Molekülkonzentrationen (z.B. aus Kabelummantelungen) in der Raumluft angezeigt (alarmiert).

Planung des Löschkonzeptes mit einem neu entwickelten, ungiftigen, chemischen Löschmittel. Durch die Reduktion der lokalen Sauerstoffkonzentration und durch Temperaturabsenkung der Raumluft beim Löschmittelaustritt wird eine Brandausbreitung verhindert.

Die Projektierung und die Gesamtplanung erfolgten unter intensiver Nutzer-beteiligung der IT-Abteilungen der Universität, des Universitätsklinikum Tübingen und des technischen Betriebsamtes.

Vor Übergabe des Gebäudes wurde ein intensiver Probebetrieb und Integrationstest von allen technischen Systemen durchgeführt.


Projektdaten 

Bauherr: 
Land Baden-Württemberg, vertreten durch
Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Tübingen

Planung + Projektsteuerung: 
Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Tübingen
 
Ausschreibung, Bauleitung: 
SiGe-Koordination Ulmer Architekt, Rottenburg
 
Tragwerkplanung: 
Schneck Schaal Braun,Tübingen
 
Prüfstatik: 
Rainer Wulle, Heilbronn
 
Elektro, Informations- und Kommunikationstechnik:
IBM Deutschland, Ehningen
 
Blitzschutzkonzept, Systemanalyse EMV:
IB GHMT, Bexbach
 
Heizung, Lüftung, Sanitär, Kälte:
IB Thurm & Dinghes, Stuttgart
 
Erschließungsplanung:
IB Reik, Pfullingen
 
Vermessung: 
IB Helle, Tübingen
 
Bodenmechanik: 
Büro für angewandte Geowissenschaften, Dr. Hubert Gerweck, Steffen Potthoff, Tübingen
  
Ausführungsplanung TGA, Ausführung Elektro, Informations- und Kommunikationstechnik,
Heizung, Lüftung, Sanitär, Kälte: 
Caverion Deutschland, Frankfurt/ Main


Technische Daten:
Gesamtleistung ELT
2x Trafo je 1.250 kVA

USV 1. Ausbaustufe 2x 600 kVA
erweiterbar auf 2x 1.000 kVA

Leistung Kühlung 3x Kältemaschine je 680 kW
erweiterbar auf 4x Kältemaschine je 680 kW

Freie Kühlung 1.400 kW Rückkühlleistung

Serverkühlung 1. Ausbaustufe 2x 600 kW
erweiterbar auf 2x 1.000 kW


Nutzfläche:
907 qm

Bruttorauminhalt:
5.085 cbm

Gesamtbaukosten:
6.000.000 Euro

Bauzeit:
8/2012 - 8/2014
  



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