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Ulm, Neubau Staatsanwaltschaft 

Bild: Eingangsfassade

Bild: Treppenraum

Bild: Oberlicht

Bild: Treppenraum
 
Bild: Brailleschrift aus Keramikkronen

Fotos:
Wynrich Zlomke, Ravensburg
Stefan Müller, Berlin
Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Ulm










 


 

  

Beschreibung

Das Grundstück, auf dem der Neubau für die Staatsanwaltschaft errichtet wurde, befindet sich am nördlichen Rand der Ulmer Stadtmitte in unmittelbarer Nähe zum historischen Stadtkern. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt das historische Justizgebäude der Stadt Ulm.

Das Gebiet um das Grundstück wurde während des 2. Weltkriegs intensiv bombardiert und die historische Bausubstanz nahezu vollkommen zerstört. 1962 hatte die Bauverwaltung für die Justiz einen Neubau als Hochhaus auf dem Grundstück errichtet. Im Jahr 2008 waren deutliche Mängel an der Bausubstanz des Hochhauses zu verzeichnen.

2009 wurde ein nicht offener, einphasiger Wettbewerb durchgeführt, den das Büro Schulz & Schulz Architekten aus Leipzig gewonnen hat. Ziel des Wettbewerbsverfahrens war es, einen Realisierungsvorschlag für den Neubau der Staatsanwaltschaft und einen maßgeblichen Impuls für eine positive städtebauliche Weiterentwicklung zu erhalten.
Auf Grundlage des Wettbewerbsergebnisses wurde die Planung des 1. Preisträgers zur Realisierung weiterverfolgt. Die neue Bebauung war abschnittsweise vorgesehen.

Der Neubau der Staatsanwaltschaft und der Abbruch der Bestandshäuser auf dem Grundstück wurden im I. Bauabschnitt als Investorenleistung beauftragt und durchgeführt.
Um den Betrieb der Behörden aufrechtzuerhalten, mussten die bestehenden Gebäude bis zur Fertigstellung des Neubaus genutzt werden können. Erst nach dem Umzug in den Neubau konnte das ehemalige Justizhochhaus und ein weiteres, ebenfalls von der Justizverwaltung genutztes Gebäude abgerissen werden.
Die durch den Abbruch der Bestandsgebäude entstandenen Freiflächen dienen als Erweiterungsflächen für einen II. Bauabschnitt und wurden für eine Interimszeit als begrünte Platzfläche gestaltet.
Im Neubau der Staatsanwaltschaft sind Büroräume auf fünf Geschossen ringförmig um einen Kern aus Nebenräumen und einem zentralen Treppenraum angeordnet. Dieser offene Treppenraum erschließt alle Stockwerke und stellt den kommunikativen Mittelpunkt des Gebäudes dar. Er wird über ein großzügiges Oberlicht natürlich belichtet.
Das gestalterische Konzept sieht eine Beschränkung auf wenige Oberflächen und Materialien vor. Alle massiven Decken wurden in Sichtbetonqualität ohne sichtbare Installationsführungen ausgeführt. Die massiven Wände des Atriums, der Kernzone und der Treppenräume verbleiben als Sichtbetonoberflächen.
Die Außenhaut der Fassade wurde, in Anlehnung an das gegenüberliegende denkmalgeschützte Justizgebäude, mit einer hinterlüfteten Vorhangfassade aus Warthauer Sandstein ausgeführt.


Projektdaten

Bauherr:
Land Baden - Württemberg vertreten durch
Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Ulm

Nutzer:
Staatsanwaltschaft Ulm

Projektleitung:
Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Ulm

Planung:
Schulz & Schulz Architekten, Leipzig

Tragwerksplanung:
Rehle Ingenieure GmbH, Stuttgart

Elektro:
Gode GmbH, Ulm

HLS Planung:
Keppler + Kähn GmbH, Ulm

Investor:
Ed. Züblin AG, Bereich Ulm/ Neu-Ulm

Kunst am Bau:
Prof. Katharina Hinsberg, Neuss

Gesamtbaukosten:
ca. 12.85 Mio. EURO

Bauzeit:
Mai 2015 - Februar 2017

 

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