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Oberlandesgericht Stuttgart,
Kunst am Bau

Bild: 01

Bild: Schmiedevorgang

Bild: Schmiedevorgang

Bild: Aufstellung der Kunst

Bild: Detailansicht
 

Fotos:
Foto 1, 4 und 5: Rieger, Oliver, Stuttgart
Foto 2 und 3: Meier, Erich

  

Beschreibung

Material / Form

Die Skulptur besteht aus 2 Teilen, die dennoch eins sind. Zwei nahezu identische Hälften eines geschmiedeten und in der Mitte auseinander gesägten
Stahlblocks mit einen Gesamtgewicht von 20 Tonnen. Form und Oberflächenbeschaffenheit der beiden Stücke zeigen den natürlichen Entstehungsprozess der Skulptur.

Die Rundungen, auf denen die Teile jeweils ruhen, sind natürliche Ergebnisse des Schmiedevorgangs. Unter dem Einfluss von Witterung und Erosion wird sich die Farbe der Blöcke langsam verändern.

Das Schwere / Das Leichte

Das Wissen um das schiere Gewicht der Skulptur widerspricht dem Eindruck von Leichtigkeit, der aufgrund der relativ kleinen Auflagefläche entsteht. Diese Doppeldeutigkeit aus Unverrückbarkeit und Schweben ist ein wesentlicher Aspekt der künstlerischen Aussage. In gewisser Weise handelt es sich um eine Neuinterpretation der Waage in der Hand Justitias und der damit symbolisierten Themen: Die Schwere der Entscheidung, die Gleichheit vor dem Gesetz, die Balance der gesellschaftlich ausgehandelten Werte.

Sicherheit/Gefährdung

Ein wichtiger Aspekt ist die Lage der Blöcke auf der Treppe. Der eine Block ist so gesetzt, dass sein Volumen etwa die Mitte des Treppenpodiums als Raum beansprucht. Er befindet sich damit sozusagen auf der sicheren Seite.

Der Auflagepunkt des anderen ist so nahe an die Stufen gerückt, dass es den Anschein erweckt, er könne kippen. Obwohl es nie passieren wird, obwohl jeder Betrachter um die Stabilität der großen Masse weiß, bleibt die Erwägung einer möglichen Gefährdung des Systems zulässig.

Annäherung / Begegnung

Da die Blöcke auf dem Niveau der Eingangstüre platziert sind, nähert sich der Betrachter den zwei Teilen der Skulptur von unten. Zunächst befinden sie sich etwa auf Augenhöhe, erst der Aufstieg ermöglicht den Blick auf die beiden rohen Schnittflächen. Es ist, als schaue man nun über den Rand zweier Gefäße, die bis oben hin gefüllt sind mit einer hochverdichteten Substanz. Die Skulptur lässt keinen Zweifel offen, woraus ihr Inneres besteht.

  
Projektdaten

Künstler: Markus Strieder, Frankreich

Material: Stahl geschmiedet

Gewicht: 2 x 10 t

Maße: je etwa: Höhe 1200, Länge 1100, Breite 1020

Lage: auf dem Treppenpodest

Fundament: aus Beton von der Masse der darauf gelagerten Teilskulptur. Damit die Blöcke in der Mitte des Fundaments platziert werden können, ist es auf der Treppenseite stufenförmig ausgeführt. Für den Betrachter ist das Fundament nicht sichtbar.


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