Amt Schwäbisch Gmünd
Objektplan AgrarBauherr: Land Baden-Württemberg, vertreten durch Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Schwäbisch Gmünd Nutzer: Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Hall Planung:
| Gesamtbaukosten: | 6,29 Mio. Euro |
| Bauzeit: | 2022-2026 |
Mit dem Neubau eines Rinderlaufstalls auf der Domäne Kapfenburg stellt Vermögen und Bau Amt Schwäbisch Gmünd die Milchviehhaltung neu auf – tiergerecht, wirtschaftlich und im Einklang mit den besonderen Anforderungen des Justizvollzugs.
Die Anlage kombiniert einen großzügigen Laufstall mit einem separaten Melkzentrum. Die Tiere bewegen sich frei, suchen das Melkhaus selbstständig auf und werden in klar strukturierten Gruppen gehalten. Das verbessert nicht nur das Tierwohl, sondern schafft auch ruhige, effiziente Abläufe im Betrieb. Moderne Lüftungssysteme, automatisierte Reinigungsanlagen und robuste Materialien sorgen für ein dauerhaft leistungsfähiges Umfeld.
Der Bau besteht aus zwei verbundenen Baukörpern im Doppelzweireiher („H-Stall“) mit klar gegliederten Funktionsbereichen. Tragwerk aus Holzbindern und verzinkten Stahlstützen, Sandwichpaneele für das Dach und gedämmte Paneele im Melkgebäude garantieren Langlebigkeit und gute Dämmwerte. Betonflächen halten hohen mechanischen und chemischen Belastungen stand, Edelstahl-Liegeboxen sorgen für korrosionsfreien Komfort. Alle Nebenräume für Technik, Lager und Büro sind abschließbar, und sensible Bereiche wie Melkstand und Separationsbuchten sind zentral kontrollierbar.
Die neue Stallstruktur ersetzt die bisherige Anbindehaltung aus den 1970er-Jahren und erfüllt aktuelle Tierschutzvorgaben. Gleichzeitig ermöglicht sie die Erweiterung der Herde auf über 100 Milchkühe – eine wichtige Grundlage für einen wirtschaftlich tragfähigen Betrieb. Ergänzt wird das Konzept durch eine separate Güllelagerung und die Vorbereitung eines CO₂-neutralen Wärmenetzes. Bestehende Gebäude werden für Jungvieh und Mutterkühe genutzt, die historische Scheuer nimmt künftig den Abkalbebereich auf.
Besonders ist der Kontext: Auf der Domäne arbeiten Gefangene im offenen Vollzug in der Landwirtschaft. Der Neubau schafft dafür zeitgemäße, sichere und übersichtliche Arbeitsbereiche. Klare Wegeführungen, kontrollierbare Zonen und abschließbare Technikbereiche verbinden landwirtschaftliche Funktionalität mit den Anforderungen des Strafvollzugs und stärken die arbeitstherapeutische Beschäftigung.