Amt Tübingen
Bauherr: Land Baden-Württemberg, vertreten durch Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Tübingen Nutzer: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg Entwurf/Planung: Space4 GmbH
| Gesamtbaukosten | 14,6 Mio. Euro |
| Bauzeit | 01/2024 - 06/2026 |
Nach mehreren Jahren Sanierung und Neukonzeption wurde das Residenzschloss Urach am Freitag, 24. Juli, wiedereröffnet. Das bedeutende Monument württembergischer Geschichte präsentiert sich nun mit einem modernen Vermittlungskonzept.
Kulturdenkmal für die Zukunft
Seit Anfang 2024 wurde die ehemalige Residenz umfassend saniert und gleichzeitig konzeptionell neu aufgestellt. Vermögen und Bau Tübingen führte die bauliche und technische Sanierung und die restauratorischen Arbeiten in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege durch. Im Mittelpunkt standen unter anderem ein zeitgemäßer Brandschutz, Barrierefreiheit und Energieeinsparung sowie die sichere Nutzung des Schlosses als Veranstaltungsort. Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg konzipierten währenddessen eine neue Dauerausstellung.
Insgesamt wurden rund 12,8 Millionen Euro in die Baumaßnahmen und rund 1,8 Millionen Euro in das neue Präsentationskonzept investiert. Davon förderte die Staatliche Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg ein Ausstellungsmodul zur Schloss- und Stadtentwicklung. Eingesetzt wurden dafür Mittel aus nicht abgeholten Gewinnen der GlücksSpirale in Höhe von 148.000 Euro.
„Mit den abgeschlossenen Maßnahmen bewahren wir das Residenzschloss dauerhaft und schaffen zeitgemäße Bedingungen für seine Nutzung“, betonte Andreas Hölting, Direktor von Vermögen und Bau Baden-Württemberg. „So bleibt dieses Kulturdenkmal auch für kommende Generationen erlebbar.“
Geschichte neu entdecken
Die neue Dauerausstellung rückt die Geschichte des Schlosses und des Hauses Württemberg in den Mittelpunkt. Historische Exponate wurden durch interaktive Stationen, Hörangebote, Animationen und digitale Medien ergänzt. Neue Forschungsergebnisse aus den Restaurierungsarbeiten und bislang nicht öffentlich gezeigte Objekte eröffnen zusätzliche Einblicke in die Geschichte des Schlosses.
„Die Schließzeit war eine Chance, das Residenzschloss neu zu denken“, so Patricia Alberth, Geschäftsführerin der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. „Wir wollen unsere Gäste nicht nur durch das Schloss führen, sondern sie in seine Geschichte eintauchen lassen.“
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Menschen, die das Schloss geprägt haben. So begleiten fünf Frauen aus dem Haus Württemberg die Besucherinnen und Besucher durch die Ausstellung und eröffnen neue Perspektiven auf Herrschaft, Hofleben und Repräsentation.
Zu den Höhepunkten zählen das Prunkbett, das Epitaph des Grafen Heinrich, das sogenannte Uracher Wildschwein sowie die barocken Prunkschlitten aus den Sammlungen des Landesmuseums Württemberg.
Mehr Raum für Kultur und Bildung
Mit der Wiedereröffnung erhält auch der historische Palmensaal eine neue Funktion. Künftig wird er für Konzerte, Lesungen, Sonderausstellungen und weitere Veranstaltungen genutzt. Auch der Schlossgarten ist Teil des neuen Besuchskonzepts und vermittelt Aspekte der Gartenkultur des 15. Jahrhunderts.
Erweitert wurde außerdem das museumspädagogische Angebot. In neuen Räumen können Schulklassen, Familien und Kindergruppen das Residenzschloss mit altersgerechten Programmen entdecken.