Kunst am Bau – Kultur fördern, Identität stiften, Räume gestalten.

Kunst am Bau ist ein zentraler Bestandteil der gesellschaftlichen Verantwortung von Vermögen und Bau Baden-Württemberg. Seit 1955 fördert das Land mit diesem Programm die Kultur und setzt damit ein deutliches Zeichen für die Bedeutung von Kunst im öffentlichen Raum.

Blick auf eine moderne Gebäudefassade mit drei bodentiefen Fenstern, hinter denen eine farbenfrohe Collage abstrakter Figuren („The Pageant“) zu sehen ist; im Vordergrund steht die rund drei Meter hohe, organisch geformte Aluminiumskulptur „The Outsider“ im Innenhof.

Als einer der größten öffentlichen Bauherren Deutschlands trägt das Land eine besondere Verantwortung und Vorbildfunktion. Bei wichtigen Neubauvorhaben wird deshalb ein Teil der Bausumme – in der Regel bis zu ein Prozent – für Kunst am Bau reserviert. Ziel ist es, für jede Architektur und Nutzung einen passenden, qualitätvollen künstlerischen Entwurf zu realisieren. Die Auswahl erfolgt meist über einen Einladungswettbewerb, bei dem eine Kommission aus Kunst-Expert*innen das Werk auswählt, das am besten mit der Architektur und Nutzung des Gebäudes in Beziehung tritt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Über 5.000 Kunstwerke sind so im ganzen Land entstanden – von Skulpturen international renommierter Künstler wie Henry Moore bis zu innovativen, partizipativen Projekten in Justizvollzugsanstalten oder Hochschulen. Damit zählt Kunst am Bau zu den größten Kunstinstitutionen Baden-Württembergs – und der Eintritt ist für alle frei.

Wie entsteht Kunst am Bau?

Der Weg zu einem neuen Kunstwerk ist ein mehrstufiger, transparenter Prozess:

  • Wettbewerbsverfahren: Die Auswahl der Kunstwerke erfolgt in der Regel durch Einladungs- oder offene Wettbewerbe. Je nach Projekt werden Künstler*innen gezielt eingeladen oder können sich mit Referenzen bewerben. In anonymen Verfahren bleibt der Name bis zur Entscheidung unbekannt, um eine objektive Auswahl zu gewährleisten.

    zu unseren aktuellen Wettbewerben
     
  • Kunstkommission: Die Kunstkommission ist das Herzstück des Auswahlprozesses. Sie setzt sich aus Vertreter*innen der Ministerien, der staatlichen Kunstinstitutionen, freien Künstler*innen, Kunsthistoriker*innen sowie Nutzer*innen und Architekt*innen zusammen. Gemeinsam diskutieren sie die eingereichten Entwürfe, prüfen die Umsetzbarkeit und stimmen über die beste Lösung ab.
     
  • Integration und Vermittlung: Die Kunstwerke werden nicht nur neu geschaffen, sondern auch gepflegt und restauriert. Besonders wichtig ist die Vermittlung: Kunst am Bau soll sichtbar und erlebbar sein – sei es durch Beschilderungen, digitale Informationen oder Führungen vor Ort.

Vielfalt und gesellschaftlicher Mehrwert

Kunst am Bau ist mehr als „Schmuck“ für Gebäude. Sie stiftet Identität, fördert die Auseinandersetzung mit Architektur und Nutzung und trägt zur Lebensqualität bei. Die Werke sind oft öffentlich zugänglich – in Foyers, auf Plätzen, in Parks oder sogar in Justizvollzugsanstalten. Sie regen zum Nachdenken an, schaffen Begegnungsräume und machen Kunst für alle zugänglich.

Besonders hervorzuheben sind innovative Projekte wie partizipative Kunstwerke, bei denen Nutzergruppen – etwa Studierende oder Insassen – aktiv einbezogen werden. Auch immaterielle Kunstformen, wie Klanginstallationen oder performative Arbeiten, finden ihren Platz und setzen neue Impulse.

Förderung junger Künstler*innen

Der Wettbewerb bietet auch jungen Künstler*innen und Studierenden eine echte Chance, sich mit realen Bauprojekten auseinanderzusetzen und ihre Werke im öffentlichen Raum zu präsentieren. So bleibt das Programm lebendig und offen für neue künstlerische Positionen.

Nachhaltigkeit und Zukunft

Kunst am Bau ist ein kontinuierliches Förderprogramm, das nicht nur auf Tradition setzt, sondern auch aktuelle gesellschaftliche Themen wie Nachhaltigkeit, Klimawandel und soziale Teilhabe aufgreift. Jährlich werden Millionenbeträge investiert, um Kunst und Baukultur im Land weiterzuentwickeln und für kommende Generationen zu sichern.